Social Media

Ohne ICC-Profil sublimieren: So geht’s

Ohne ICC-Profil zu sublimieren ist möglich, erfordert aber ein anderes Vorgehen. In diesem Beitrag erfährst du, warum Farben abweichen, welche Faktoren dabei eine Rolle spielen und wie du auch ohne Farbprofil zu nachvollziehbaren und brauchbaren Ergebnissen kommst.

Endlich steht er – der neue Epson EcoTank mit Sublimationstinte. Die ersten Tassen sind bedruckt, aber statt knalligem Türkis erscheint ein stumpfes Blau-Graubraun? Kein Grund zur Panik. Auch ohne ICC-Profil lässt sich das Farbmanagement über die Druckereinstellungen so steuern, dass Ergebnis und Monitor zumindest „in den selben Farbfamilien“ sprechen. Im folgenden Artikel zeige ich dir, wie das in wenigen Minuten klappt – inklusive meiner bewährten Werte für Epson-Drucker.

Was ist eigentlich ein ICC-Profil – und warum fehlt es häufig?

Ein ICC-Profil ist eine Art „Übersetzungstabelle“. Es sagt dem Drucker, wie die RGB-Werte aus Photoshop oder Silhouette Studio in die tatsächliche Menge an Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz umzurechnen sind, damit später auf der Keramiktasse exakt die Farbe erscheint, die du auf dem Bildschirm siehst. Hersteller wie Sawgrass liefern Profile mit, bei Epson-Baukästen (Printers Jack, Inktec, Cosmos etc.) musst du häufig selbst nachfragen – oder eben improvisieren.

Mehr Informationen zu diesem Thema gibt es hier.

Schritt 1: Support kontaktieren – Profil anfragen

Bevor du Hand anlegst, lohnt sich ein kurzer Mail- oder Facebook-Chat an den Tinten-Händler. In 7 von 10 Fällen bekommst du binnen 24 h ein ZIP mit dem passenden ICC-Profil und einer kleinen Anleitung. Keine Antwort? Dann geht’s weiter mit der manuellen Methode.

Schritt 2: Manuelle Farbkorrektur im Epson-Treiber

  1. Druckdialog öffnen → „Optionen“ → „Farboptionen“
  2. „Manuelle Farbeinstellungen“ (macOS).
  3. Jetzt kannst du pro Farbe (C/M/Y/K) sowie Helligkeit, Kontrast und Sättigung in ±20-Stufen korrigieren.
  4. Erstelle dir einen eigenen Preset, z. B. „SUBLI-Tasse“ – so musst du die Werte nicht jedes Mal neu eingeben.

Meine bewährten Startwerte (Epson ET-1810)

Helligkeit | 6Cyan | 7
Kontrast | 0Magenta | –6
Sättigung | -2Gelb | -12

Schritt 3: Testmuster drucken & dokumentieren

  • Drucke ein kostenloses A4-Farbrad (RGB + Hauttöne) auf normales Sublimationspapier.
  • Presse es 60 s bei 190 °C auf ein weißes Polyester-Testtuch (ein Brillenputztuch z.b. kostet unter 1 € und ist beliebig oft weiterverwendbar).
  • Klebe das Ergebnis direkt neben deinen Monitor und notiere die veränderten Werte direkt auf dem Stoff – so behältst du den Überblick.

Vorteil:

  • Stoff lässt sich nach dem Test einfach wieder entsorgen oder als Putzlappen weiterverwenden
  • Keine teuren Blank-Products verbrauchen
  • Gleiches Material wie spätere T-Shirts/Masken – Ergebnis ist 1:1 übertragbar

FAQ – Häufige Nachfragen

Kann ich die Werte 1:1 für Sawgrass/Ricoh übernehmen?
Nein, die Tintenzusammensetzung ist eine andere. Nutze die Methode als Blaupause und arbeite dich schrittweise an dein Optimum heran.

Wo bekomme ich kostenlose ICC-Profile her?
Die erste Adresse sind in der Regel die Hersteller von Tinte und Papier. Dort stehen meist ICC-Profile zur Verfügung, die exakt auf diese Materialien abgestimmt sind. Ansonsten gibt es bei der-Refiller.de einige kostenlose ICC-Profile.

Hilft ein Monitor-Kalibrierungsgerät?
Ja – aber nur, wenn du ein ICC-Profil nutzt. Bei reiner Handkorrektur spielt die exakte Monitorfarbe eine untergeordnete Rolle, weil du eh „druckbasiert“ justierst.

Fazit zum Sublimieren ohne ICC-Profil

Ein fehlendes ICC-Profil ist kein Grund, die Sublimations-Presse wieder zu verkaufen. Mit wenigen Klicks im Epson-Treiber und einer strukturierten Testreihe bekommst du Farben, die deine Kunden begeistern – und sparst dir teure Materialversuche. Sobald du ein passendes Profil erhältst, kannst du die manuellen Werte als Backup-Sicherung weiterhin nutzen.

Sven Runkel

Fotograf, Mediengestalter & Sublimations-Enthusiast

Ich arbeite seit vielen Jahren im Bereich Fotografie und Printmedien. Unter meinem Label SvenArt entstehen hochwertige Landschaftsbilder sowie regionale Produkte. In der Sublimation habe ich durch zahlreiche eigene Projekte umfassende Praxiserfahrung gesammelt – von Tassen über Textilien bis zu individuellen Kundenaufträgen. Auf Sublimations-Welt.de vermittle ich mein Wissen verständlich und praxisnah, damit Einsteiger schnell gute Ergebnisse erzielen und typische Fehler vermeiden.

Weitere passende Beiträge