Stell dir vor, du willst ein kräftiges Pink, raus kommt Lila. Genau das verhindert ein ICC-Profil. Es sorgt dafür, dass dein Drucker Farben so ausgibt, wie sie auf dem Bildschirm wirken sollen – besonders wichtig in der Sublimation.
1. Was steckt dahinter?
Ein ICC-Profil ist eine kleine Datei, die deinem Drucker sagt:
„Wenn der Bildschirm #FF1493 zeigt, dann druck bitte genau dieses Pink – nicht irgendein Rosa.“
Es übersetzt Farben zwischen verschiedenen Geräten.
Monitor, Drucker und Tinte sprechen nämlich nicht automatisch dieselbe „Farbsprache“.
Ohne Profil druckt dein Gerät nach Gefühl.
Mit Farbprofil weiß es, welche Farbe du wirklich willst.
Kurz gesagt:
ICC-Profile sorgen dafür, dass Sehen und Drucken zusammenpassen.
2. Warum ist das bei Sublimation so wichtig?
Beim Sublimationsprozess wird aus flüssiger Tinte ein Gas, das sich dauerhaft ins Polyester einbindet.
Dabei verändern sich Farben deutlich – vor allem Rot-, Pink- und Blautöne.
Das ICC-Profil rechnet genau diesen Farbumsprung vorher aus.
Es berücksichtigt:
- die verwendete Tinte
- das Sublimationspapier
- den Drucker
- das Verhalten der Farbe nach dem Pressen
So sieht dein fertiges Produkt möglichst genauso aus wie dein Entwurf am Bildschirm.
Kein Profil = Überraschung.
Mit Profil = reproduzierbar und planbar.

3. Wichtige Voraussetzungen, die oft vergessen werden
Ein ICC Profil kann nur dann richtig arbeiten, wenn die Grundlagen stimmen:
- Der Monitor sollte halbwegs korrekt eingestellt sein
- In der Software darf das Farbmanagement nicht doppelt greifen
- Druckertreiber und Software müssen dasselbe Profil nutzen
Ein Profil korrigiert Farben – es ersetzt aber kein sauberes Setup.
4. Die drei häufigsten Fragen im Alltag
„Warum sieht mein Ausdruck blass aus?“
Das ist normal. Sublimationsdrucke wirken auf dem Papier matt.
Erst beim Pressen gewinnt die Farbe deutlich an Sättigung.
„Ich habe ein ICC-Profil installiert, trotzdem ist alles zu dunkel.“
Dann passt die Kombination nicht. Häufige Ursachen sind falsche Presstemperatur, zu lange Presszeit oder ein Profil, das nicht exakt zu Papier oder Tinte passt.
„Gibt es ein universelles Profil?“
Nein. Jede Kombination aus Drucker, Tinte und Papier verhält sich anders.
Am zuverlässigsten sind Profile vom jeweiligen Papier- oder Tintenhersteller.
5. Woher bekomme ich ICC-Profile?
Die beste Anlaufstelle sind immer zuerst die Tinten- und Papierhersteller. Dort findest du meist Profile, die genau auf diese Materialien abgestimmt sind.
Ergänzend gibt es einige Plattformen, auf denen ICC-Profile gesammelt oder bereitgestellt werden. Diese eignen sich vor allem dann, wenn kein Herstellerprofil verfügbar ist oder du verschiedene Medien testen möchtest.
- Der-Refiller.de: hier gibt es kostenlos verschiedene Profile für GIC-Tinte, L&C-Tinte sowie Tidis-Tinte
- Tintenshop365.de: hier gibt es sehr viele ICC Profile zu kaufen, für jegliche Farben
- Tintenshop365.de: man kann auch ein eigenes ICC Profil auf dieser Seite bestellen und anfertigen lassen
Im Zweifel gilt: Lieber ein einfaches, passendes Profil als ein „fast richtiges“.
6. So installierst du ein ICC Profil
- Datei herunterladen (.icc oder .icm)
- Windows: Rechtsklick → „Profil installieren“
- Mac: In den Ordner
/Library/ColorSync/Profiles/kopieren - In Photoshop, Affinity & Co. im Farbmanagement auswählen
Fertig.
Jetzt druckt dein Epson nicht mehr „irgendein Rosa“, sondern genau das Pink, das du geplant hast.


Schreibe einen Kommentar